Kreisfeuerwehrverband Schleswig-Flensburg

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Schleswig-Flensburg

Einsatz in Rheinland-Pfalz

Einsatz in Rheinland-Pfalz

1. Einsatz der 1. Brandschutzbereitschaft Schleswig-Holstein

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1. Einsatz für die 1. Brandschutzbereitschaft Schleswig-Holstein


Am 20.07.2021 fanden sich die sechs LF 20 KatS an der Kreisfeuerwehrzentrale in Schleswig ein. Die LF 20 KatS haben ihren Standort bei den Wehren Erfde, Sillerup, Nübel, Sörup, Medelby-Holt und Oeversee-Frörup und bilden so drei Züge. 50 Kameradinnen und Kameraden der zugehörigen Gemeinden und Ämter waren schnell einsatzbereit, um nach Rheinland-Pfalz zu fahren und zu helfen.

Der Kreisbrandmeister, Mark Rücker, und der Bereitschaftsführer, Dirk Schreiber, führten den Verband nach Neumünster, wo sich alle Hilfskräfte aus Schleswig-Holstein sammelten. Mit Kräften aus Pinneberg, Neumünster und dem Rettungsdienst bildeten wir einen Großverband von insgesamt 23 Einsatzfahrzeugen und einem Reisebus. Wir waren ca. 100 Einsatzkräfte. Die Verlegung ins Katastrophengebiet war von der Einsatzleitung gut geplant, sodass wir am frühen nächsten Morgen in Windhagen eintrafen. Von dort verlegten wir in den nächsten Tagen ins Einsatzgebiet.

Unser Einsatzgebiet waren die Ortschaften Insul und Schuld. Übernachtet haben wir einer Schule in Adenau, wenn wir nicht den Grundschutz sicherstellen mussten. Als wir in die Lage eingewiesen wurden, spürte man am Verhalten der Einheimischen ganz deutlich, dass wir dort genau richtig waren und wir gebraucht wurden. Das Ausmaß der Zerstörung war sehr groß und uns wurde von waghalsigen Rettungen berichtet, die man sich eigentlich nur in einem Film vorstellen kann.

Nachdem wir uns sortiert hatten, verlegten die ersten Kräfte nach Schuld, um den Grundschutz zu sichern. Die restlichen Kräfte machten die Nacht zum Tag. Bis morgens um ca. 4.00 Uhr wurde Wasser aus der Ahr entnommen und damit die Straßen von kontaminiertem Schlamm befreit, Gullys wurden gereinigt und die Kanalisation gespült.

Das Spülen sowie die Sicherstellung des Grundschutzes in Schuld und Insul gehörten in den folgenden Tagen weiterhin zu unseren Aufgaben. Da in Insul das Versorgungsnetz zusammengebrochen war, haben wir IBC-Container mit Wasser aus einem Hydranten aus den Nachbarort befüllt. Bei der Wasserentnahme mussten die Kameradinnen und Kameraden sehr vorsichtig sein, um dem empfindlichen Wassernetz keinen weiteren Schaden zuzufügen. Weiterhin haben wir Keller von Schlamm befreit, Heizöltanks wurden mit Kanthölzern gegen weiteres Kippen gesichert, ausgelaufenes Heizöl wurde abgestreut.

Auch bei dem Wiederaufbau der Versorgung kamen uns wichtige Aufgaben zu. Eine Firma, die neue Trinkwasserleitungen gebohrt hat, wurde mit Wasser für die Arbeit versorgt. Bei dieser Aktion war von großem Vorteil, dass die LF 20 KatS identisch beladen sind. Es wurde dafür eine bereits einsatzfertige TS verwendet. Das gebende Einsatzfahrzeug sollte dann aber den Brandschutz in Schuld sichern. So wurde kurzerhand von einem anderen Fahrzeug die TS und anderes Material umgeladen und sie waren sehr schnell einsatzbereit. Diese Aktion zeigt auch das gute Miteinander unter den Besatzungen der sechs Fahrzeuge. Zusätzlich unterstützten wir Firmen, bei der Instandsetzung von Schächten, indem wir mit unseren Tauchpumpen in den Schächten lenzten. Die Pumpen kamen auch zum Einsatz, um Unterspülung von Flächen zu vermeiden. Viele weitere Tätigkeiten finden in diesem Bericht keine Erwähnung.

Die LF 20 KatS haben ihre Einsatztauglichkeit unter Beweis gestellt und dieser Einsatz hat gezeigt, dass sie eine sinnvolle Beladung haben und fürs Gelände im Katastrophengebiet geeignet sind. Am 24.07.2021 verlegten wir wieder zurück von Adenau nach Windhagen. Dort wurden wir am folgenden Tag von der nächsten Gruppe abgelöst und traten im Reisebus die Rückreise an. Nach einem PCR-Test in der Kreisfeuerwehrzentral wurden wir von Kameradinnen und Kameraden unserer Wehren in Empfang genommen und nach Haus gefahren.

Solch ein Einsatz erfordert immer viel Geduld. Ein großer Verband ist träge und die Chaosphase ist in solch einer Lage lang. Obwohl der Einsatz viel Kraft fordert, waren viele Kameradinnen und Kameraden bereit, bei einer möglichen dritten Abordnung wieder mit dabei zu sein.

Letztes Update: 2021-08-31

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