Aktuell
23.11.2009 -
Partnerschaftsurkunde als Signal für ein gemeinsames Miteinander der Feuerwehren in einem vereinten Europa
Nach fast 25jähriger praktischer Ausübung wurde die Partnerschaft der Freiwilligen Feuerwehren Ellund (Bundesrepublik Deutschland) und Fröslee (Dänemark) am 02.
November 2009 im Rahmen eines Festaktes mit der Unterzeichnung einer Partnerschaftsurkunde offiziell besiegelt.
Wie vielen Feuerwehen entlang der deutsch-dänischen Landgrenze unterhielten auch die beiden Wehren Ellund und langjährliche partnerschaftliche Beziehungen, doch erstmals wurden die Beziehung in einer Partnerschaftsurkunde festgelegt.
An diesem „historischen Moment“, an dem erstmals zwei Feuerwehren aus Deutschland und Dänemark ihre langjährigen Zusammenarbeit offiziell besiegeln wurde, waren neben den beiden Wehrführern Oluf Feddersen-Jessen (Fröslee) und Richard Andersen (Ellund) auch die betroffenen Bürgermeister Tove Larsen (Kommune Apenrade) und Dr. Arthur Christiansen (Gemeinde Handewitt) sowie zahlreiche Repräsentanten von Politik, Verwaltung, den Feuerwehren aus beiden Ländern auch zahlreiche Medienvertreter anwesend.
Beide Wehren verbinden nicht nur die aktuelle Partnerschaft sondern auch gemeinsame geschichtliche Wurzeln:
Die Freiwillige Feuerwehr Fröslee wurde im Jahre 1881 gegründet. Zu ihrem Löschbezirk gehörte von Anfang an die benachbarte Gemeinde Ellund. Dort kam es
erst 1890 zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Beide Wehren waren eng miteinander verbunden, da ihre Mitglieder auch beide dem gemeinsamen Kirchspiel
Handewitt zugehörten. Aus dieser Zeit sind viele gemeinsame Übungen und Einsätze
dokumentiert.
Mit der Grenzänderung im Jahre 1920 endete das freundschaftliche Miteinander abrupt. Erst Ende der 80-Jahre begannen sich die beiden Wehren unter ihren damaligen Wehrführern Ewald Petersen (Ellund) und Christian Nissen (Fröslee) wieder vorsichtig aufeinander zu zugehen. Gemeinsame Übungen waren zu dieser
Zeit nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Sie wurden beispielsweise eine Übung auf dem Anwesen Vilmkjær so geplant, dass die Wehr Fröslee im dänischen und die Feuerwehr Ellund im deutschen Teil des Anwesens übte.
Das anschließende kameradschaftliche Beisammensein fand auf der Grenzstraße statt, so dass keiner der Kameraden die Grenze überschritt. Das Ganze wurde vom Zoll und dem Grenzschutz aufmerksam beobachtet.
In der Folgezeit wurden die Beziehungen kontinuierlich vertieft und ausgebaut. Nach der Öffnung der Grenze im Jahre 2001 kam es unter den jetzigen Wehrführern zu den ersten grenzüberschreitenden Übungen in den Kerngebieten der beiden Orte.
Heute sind diese jährlichen Übungen sowie die gemeinsame Ausbildung auf dem Übungsgelände der dänischen Katastrophenschutzschulen Tingleff und Hadersleben ein fester Bestandteil der Ausbildung beider Wehren.
Ziel der Partnerschaftserklärung ist u.a. die gegenseitige Unterstützung in Einsatz und Katastrophenfällen als Aufgabe beider Wehren festzulegen. Zur Zeit fehlen leider noch die rechtlichen Grundlagen auf beiden Seiten der Grenze um dieses Ziel
auch als festen Bestandteil der täglichen Feuerwehrarbeit zu sehen. Noch sind Brandschutz und Unfallversicherung nur national ausgerichtet und machen an den
nicht mehr vorhandenen Grenzen halt. Es ist für die betroffenen Bürger dieser Grenzregion jedoch unverständlich, dass es in einem zusammenwachsenden Europa
ohne Grenzen den Feuerwehrleuten des Nachbarortes offiziell nicht gestattet ist sofort zur Hilfe eilen zu dürfen, nur weil eine Staatsgrenze auf dem Anmarschweg liegt.
Mit der feierlichen Partnerschaftserklärung möchten wir ein Signal setzen für ein gemeinsames Miteinander in einem vereinten Europa.
Nun hoffen beide Wehren auf die Unterstützung aus Politik und Verwaltung auf beiden Seiten der Grenze, damit diese Partnerschaft auch mit Leben erfüllt wird und eines Tages zur Normalität wird.




