Zwei neue Fahrzeuge für die Wehr

Gleich zweimal konnte Bürgermeisterin Heidrun Karaca einen symbolischen Autoschlüssel an die Führer der Ulsnisser Feuerwehren übergeben. Jürgen Schmidt, Wehrführer der fusionierten Wehr Kius-Ulsnis, erläuterte die Geschichte der Neuanschaffungen und das dahinter stehende Konzept.

Eigentlich sollte ein Ersatz für das 37 Jahre alte Einsatzfahrzeug erst 2016 in Angriff genommen werden. Doch die Änderung der Abgasnorm ließ dann die Uhren schneller ticken. „Ein Fahrzeug nach der neuen Norm hätte mehr Eigengewicht und dadurch weniger Zuladung gehabt“, erläuterte Schmidt. Außerdem wäre es 10 000 Euro teurer geworden.

Im Vorfeld hatte man diverse potenzielle Fahrzeuge besichtigt und sich vorführen lassen. Dabei hatte man auch das Konzept der Gemeinde Havetoftloit begutachtet und für Ulsnis als zutreffend empfunden.

Man entschied sich dann für ein MLF (Mannschafts-Löschfahrzeug) das in Ulsnis und ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug), das in Gunneby stationiert ist. „Das MLF mit einem 1000 Liter Wassertank arbeitet am Brandherd, während das TSF für die Wasserbeschaffung sorgt“, fuhr Schmidt fort.

Der Auftrag für beide Fahrzeuge ging an Firma Ziegler, die für das MLF 158 000 und das TSF 64 000 Euro in Rechnung stellte. Nach Abzug der Zuschüsse aus der Feuerschutzsteuer blieben davon 155 000 Euro Rest für die Gemeinde. „Bei gleicher Lebensdauer des Fahrzeugs wie sein Vorgänger sind das neun Euro pro Jahr und Einwohner“, rechnete Schmidt die Investitionen auf kleine Zahlen herunter. Und die Manpower der Feuerwehrkameraden gäbe es gratis dazu.

War die Unterbringung des MLF in Ulsnis durch den Einbau neuer Tore zu erledigen, war die Garage in Gunneby zu klein und konnte auch nicht erweitert werden. Abhilfe bot die Anmietung einer Nachbargarage, in die das neue TSF so gerade hineinpasst.

Gunnebys Wehrführerin Frauke Thiesen schrieb die Aufrüstung ihrer nur mit 17 Aktiven besetzten Gruppe vor allem dem Orkan „Christian“ zu, der den kleinen Wehren den Rücken stärkte, da sie auch bei Zusammenbruch der Kommunikation vor Ort seien. „Außerdem passten wir bei der Freiwilligen Feuerwehr Kius-Ulsnis ins Konzept“, verriet sie. Man habe nur noch aufspringen müssen. Auch die Sonderwünsche mit Schlauchpaletten im Heck und einer Tragkraftspritze an der Seite seien akzeptiert worden. „Dadurch können zwei Kameraden allein Schläuche über weite Strecken legen“, erklärt sie. Das sei auch die Hauptaufgabe der Gunnebyer Wehr bei einem gemeinsamen Einsatz mit der doppelt so starken Feuerwehr aus Kius-Ulsnis. Jetzt warte man nur noch auf einen Liebhaber, der das erst 15 000 Kilometer gelaufene Altfahrzeug kaufen wolle.

Amtsvorsteher Thomas Detlefsen lobte dieses Einsatzkonzept, das bewusst auf Zusammenarbeit von Feuerwehren abgestimmt wurde. „Das ist bereits die fünfte Wehr im Amt Süderbrarup, die auf die Vorgaben des Feuerwehrbedarfsplans nachgerüstet hat“, stellte er fest. Er sei sich sicher, dass auch diese alle Aufgaben mit dem neuen Gerät meistern würde.

Der stellvertretende Amtswehrführer Helmut Schwebel, der zum Jahreswechsel in die Ehrenabteilung wechselt, verglich in seiner letzten offiziellen Rede die Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs mit einer Schwangerschaft und die Schlüsselübergabe mit einer Taufe. Er überreichte den Wehrführern eine Christophorusplakette, mit der er allzeit gute Fahrt wünschte.

Text und Bilder C. Kuhl

 
Kreisfeuerwehrverband auf Facebook
Kreisfeuerwehrverband auf Facebook
Kreisjugendfeuerwehr auf Facebook
Kreisjugendfeuerwehr auf Facebook
QR Code für unsere App
QR Code für unsere App